Blessed Benefit – Eine Geschichte aus Jordanien

Am zweiten Festivaltag stand im Eiszeitkino der Film Blessed Benefit des jordanischen Regisseurs Mahmoud Al Massad auf dem Programm. In Blessed Benefit geht es um den eigentlich unbescholtenen Bauarbeiter Ahmad, der sich von seinem Cousin in einen unlauteren Deal verwickeln lässt. Daraufhin wird ihm B

© Katja Volkenant

© Katja Volkenant

etrug zur Last gelegt und er landet für drei Monate im Gefängnis. Anfangs hofft Ahmad noch schnell von seinem Cousin freigekauft zu werden und zu seiner Familie zurück zu kehren. Im laufe des Films findet er aber gefallen am Leben im Gefängnis. Er freundet sich mit dem Mitinsassen Moh an, dem heimlichen Chef in Zelle W6, genießt es, im Hof ein Sonnenbad zu nehmen oder Karten zu spielen. Schnell wird der darauf hingewiesen, dass er das Privileg, 24 Stunden fließend warmes Wasser zu haben doch auch ausnutzen solle. Der Film ist eine schön erzählte Geschichte, die sich um Ahmed rankt. Immer wieder kommen die von Cousin aus Kanada gekauften Computer, mit denen die Geschichte begann, ins Spiel. Eine Geschichte über Willkür und Korruption und dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags (nicht nur in Jordanien).

In der anschließenden Q & A  mit dem Regisseur ging es vor allem auch um die Motivation zum Film. Nach mehreren  Dokumentationen wie Recycle oder This Is My Picture When I Was Dead war Blessed Benefit der erste Spielfilm von Regisseur Al Massad. Für ihn war das aber kein großer Schritt. Denn der Film basiert auf einer wahren Geschichte, die einem seiner Freunde wiederfahren ist. Die Motivation war, eine Geschichte aus dem gegenwärtigen Jordanien zu erzählen mit den alltäglichen Herausforderungen uns Schwierigkeiten aber auch wachsende Korruption. Obwohl der Film an vielen Stellen zum Lachen ist, ist er keine Komödie betont der Regisseur. Denn obwohl sich der Häftling Ahmad sich zunehmend wohlfühlt und gefallen am Gefängnisalltag findet, hat der Film eine politische Dimension. Al Massad ging im Gespräch auch noch auf die Herausforderungen als Filmemacher im Mittleren Osten ein. Die Zensur und die Unmöglichkeit über fast alle wichtigen zwischenmenschlichen Themen frei sprechen zu können. In Blessed Benefit arbeitet Al Massad mit Laienschauspielern (bis auf  Mor und der Cousin). Der Hauptdarsteller, der den Film prägt, ist ein alter Freund des Regisseurs und hat davor noch nie vor der Kamera gestanden. Im Film stecken fünf Jahre Arbeit in Jordanien, Deutschland und den Niederlanden. Dafür belohnte ihn das Publikum in Jordanien bei der Premiere und natürlich auch beim Screening in Berlin mit großer Begeisterung.