9 ALFILM Special: 70 Jahre Nakba

The Dream

9. ALFILM, 9. ALFILM Specials, Mo 16.4.18

The Roof

9. ALFILM, 9. ALFILM Specials, Di 17.4.18
Vor 70 Jahren wurden mehr als 700.000 PalästinenserInnen nach Gefechten und Massakern aus ihrer Heimat vertrieben, ihre Häuser zerstört und ihre Besitztümer enteignet. Eine Rückkehr oder Entschädigung wird ihnen bis heute verwehrt. So lebt heute ein Großteil des palästinensischen Volkes als Nachfahren dieser Vertriebenen in der Diaspora oder unter Besatzung — als Bürger 2. Klasse in Israel, in den Flüchtlingslagern der angrenzenden arabischen Länder oder verstreut über den Rest der Welt. Diese Katastrophe (arab. Nakba) hat bleibende Spuren im kulturellen Gedächtnis der arabischen Welt hinterlassen, die sich in der Filmproduktion palästinensischer Regisseure wie Mustafa Abu Ali seit den 1970er Jahren bis hin zu Elia Suleiman heute niederschlägt, aber auch in der Solidaritätsbewegung arabischer (u.a. Mohamad Malas) und europäischer (u.a. Jean-Luc Godard) Filmemacher zeigte. Die drei hier gezeigten Dokumentarfilme möchten eine historisch-künstlerische Einordnung bieten: vom Leben in den Flüchtlingslagern (The Dream), der Produktion von Widerstandsfilmen (Palestine in Sight) sowie palästinensischem Leben im israelischen Staatsgebiet (The Roof). Mohanad Yaqubi zeichnet in einem Vortrag das Verhältnis der Palästinenser zu ihrem Abbild nach, die Autorin Irit Neidhardt gibt Einblicke in die Film-Koproduktion zwischen der PLO und der DDR.

Darüber hinaus bietet die Official Selection mit Wajib (R: Annemarie Jacir) und den Kurzfilmen A Drowning Man (R: Mahdi Fleifel), Land of our Fathers (R: Ulaa Salim) und Bonboné (R: Rakan Mayasi) aktuelle Filme zum Thema sowie der Dokumentarfilm Saken (R: Sandra Madi) im Spotlight-Programm.