Alexandria… Why?

SPOTLIGHT 2016
Cousins/Cousinen

Jüdisch-arabische Identitäten im postkolonialen kulturellen Diskurs

Regie: Youssef Chahine, Egypt / Algeria 1979, 133 Min., Arab./Engl. mit engl. UT

Di 12.4. 21.00 Arsenal *

* Ist das Online-Kartenkontingent ausverkauft, besteht noch an der Kinokasse die Möglichkeit, Tickets zu erwerben.

Der erste Teil einer vierteiligen autobiografisch inspirierten Reihe des „Künstlers als junger Mann“ gewann 1979 den silbernen Bären der Berlinale und bildet eine Art Sittenportrait Alexandrias während des 2. Weltkriegs, als britische und ägyptische Truppen gegen die heranrückenden Deutschen kämpften.Eine jüdische Schönheit (Leinwand-Ikone Naglaa Fathy) sagt sich aus Liebe zu ihrem muslimischen Geliebten von der eigenen Familie los; ein ägyptischer Aristokrat ermordet britische Soldaten, bis er sich in einen verliebt; doch im Zentrum der Geschichte steht der Schüler Yehia, ein Alter Ego des Regisseurs Chahine selbst, dessen große Liebe das Hollywood-Kino ist und der heimlich davon träumt, Schauspieler zu werden. Die sich verschärfende wirtschaftliche Situation seiner Eltern zwingt ihn jedoch auf andere Wege und schließlich ins Exil. Chahines Portrait von Alexandria ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen jener Zeit, dem Ende des osmanischen Pluralismus, blutiger Unabhängigkeitskämpfe, wirtschaftlicher Not und beginnendem Nationalismus.