Salata Baladi / Salade maison

SPOTLIGHT 2016
Cousins/Cousinen

Jüdisch-arabische Identitäten im postkolonialen kulturellen Diskurs

Regie: Nadia Kamel, Ägypten/ Frankreich/ Schweiz 2007, 103 Min., Arab. mit engl. UT

Sa 9.4. 14.00 fsk *
Di 12.4. 19.00 TAK *

* Ist das Online-Kartenkontingent ausverkauft, besteht noch an der Kinokasse die Möglichkeit, Tickets zu erwerben.

Als die Filmemacherin Nadia Kamel realisiert, dass ihr 10-jähriger Neffe Nabeel und ihre 80-jährige Mutter Naela, geborene Mary in zwei völlig verschiedenen Ägypten gelebt haben, beschließt sie, die 100-jährige Familiengeschichte aktiv zu thematisieren und aufzuarbeiten. Hauptprotagonistin ist die bezaubernde Großmutter Mary, eine engagierte Kommunistin und langjährige Journalistin, Tochter eines türkisch-ukrainischen Juden und einer italienischen Katholikin. In ihrem liebevoll subjektiven Portrait der Kamels und deren Liebe zu Sprachen und Literatur, einer lebendigen Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft zwischen Pasta und Freunden, beginnt Salata Baladi als eine bunt-würzige Mischung (wie der titelgebende hausgemachte Salat) aus Familienroman und Generationenportrait. Doch je weiter die verschiedenen historischen, ethnischen und religiösen Ebenen der Familiengeschichte aufgedeckt werden, nähert sich Mary dem dunklen Punkt ihrer Familiengeschichte, der Auswanderung eines Großteils ihrer jüdischen Familie 1946 nach Israel. Während Nadia ihre Mutter davon zu überzeugen sucht, diese Familie zu besuchen, hadert Mary mit den eigenen politischen Überzeugungen, die sie bisher davon abhielten. Marys Generation steht für einen ethnisch-religiösen, vor allem aber auch politischen Kosmopolitismus, von dem sich ihre Kinder nur ein eingeschränktes Bild machen können. In ihrer persönlichen Lebensgeschichte spiegelt sich die komplexe Geschichte Ägyptens zwischen Königreich und britischer Besatzung, Unabhängigkeit und Republik mit allen Schattierungen.

In Anwesenheit von Nadia Kamel